Die Seter ist die norwegische Sommeralm: der hochgelegene Weideplatz, auf den ein Hof sein Vieh historisch von etwa Juni bis September auftrieb, bevor es zum Wintern ins Tal zurückkehrte. Das deutsche Pendant ist die Alm; die Praxis prägte über Jahrhunderte das Leben im norwegischen Berg- und Tal-Rhythmus.
Viele heutige Hütten und Wanderwege folgen alten Seter-Pfaden, und etliche Hüttennamen tragen die Endung -seter. Wer norwegische Familiengeschichte erforscht, stößt auf die Seter als Erklärung für ein scheinbares Rätsel: Ein Vorfahre taucht im selben Jahr in zwei verschiedenen Kirchenbüchern auf - oft, weil ein Sommerereignis in der Seter-Gemeinde statt in der Heimatgemeinde eingetragen wurde.